Glossar

Kathodische Schutzwirkung

Die kathodische Schutzwirkung ist ein Korrosionsschutzmechanismus, der bei verzinktem Grundmaterial, gegebenenfalls zusätzlich beschichtet, unter dem Einfluss von Feuchtigkeit wirksam wird. Sie beruht darauf, dass Zink in der elektrochemischen Spannungsreihe der Metalle negativer ist als Stahl. In einer feuchten Umgebung opfert sich der metallische Überzug (z.B. Zink), indem er sich über die freie Schnittfläche des Stahlkerns legt und diesen so vor Korrosion schützt. Die Korrosionsbeständigkeit wird dabei durch Faktoren wie die Art und Dicke des Überzugssystems, die Dicke des Stahlkerns sowie die Art und Dauer der korrosiven Belastungen beeinflusst. 

Die kathodische Schutzwirkung des Zinks wird an Schnittflächen von Blechen und in Bereichen kleiner Beschädigungen aktiviert. Zum Beispiel verhindern Metallüberzüge mit Zinkanteil eine Korrosion an den Schnittflächen. Bei AZ-Überzügen (Aluminium-Zink) bildet sich bei Opferung des Zinks ein Aluminiumskelett, das als Barriere den Schutz des Stahlkerns aufrechterhält. Zinksalze können dabei die Poren des Aluminiumskeletts verschließen. Bei Zink-Magnesium (ZM)-Überzügen trägt zusätzlich die Bildung dünner, dichter Schutzschichten zur Verlangsamung der Korrosion bei. Schnittkanten bis zu einer Blechdicke von 1,5 mm können durch die kathodische Schutzwirkung geschützt sein. Bei Heißschnitten an Stahlblechbauelementen ist die kathodische Schutzwirkung des Metallüberzugs nicht mehr gegeben.

Siehe auch Schneiden bei der Montage.

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